Hennef zeigte Herz: „Klavier um vier“ in der Meys Fabrik

Hennef zeigt Herz: "Klavier um vier" in der Meys Fabrik

Hennef zeigte Herz: „Klavier um vier“ in der Meys Fabrik

Einen wundervollen Nachmittag schenkte Robert Urbansky nicht nur der Bürgerstiftung Altenhilfe und der Kinder- und Jugendstiftung Hennef, sondern auch den rund 120 Besucherinnen und Besuchern des neuen Formats „Klavier um vier“ in der Meys Fabrik. Der Leiter der Musikschule an der Humperdinckstraße 12 hatte die Idee zu dem Benefizkonzert und wandte sich an die beiden Vorsitzenden, Andrea Hoppen-Weiss (Kiju) und Thomas Wallau, Nachbarn im Haus. Klar, dass er damit offene Türen einrannte.

Bei strahlendem Sonnenschien strömten die Gäste ins Foyer und wurden mit einem Glas Sekt oder Orangensaft empfangen. Gut 40 Karten wurden noch an der Nachmittagskasse verkauft, was für ein schöner Erfolg. Hoppen-Weiss und Wallau begrüßten sie anschließend im Saal, nachdem die Pianistin Irina sie auf dem Steinway-Flügel hereingespielt hatte. Sie fand ein höchst aufmerksames Publikum. Hennef zeigt Herz ist das Label, unter dem die beiden Stiftungen gemeinsame Veranstaltungen organisieren.

„Sie zeigen Herz, dass Sie bei diesem schönen Wetter hier sind und nicht in der Natur“, sagte Wallau, und die Kiju-Vorsitzende machte ebenfalls keine langen Worte: „Löchern Sie uns in der Pause zur Stiftungsarbeit.“ Dann gehörte die Bühne Urbansky, der in seiner Moderation noch knapper blieb und die Musik sprechen ließ: „Ich spendiere Euch diesen wunderschönen Nachmittag.“

Er hatte ein rund 35-minütiges Medley zusammengestellt, einen Streifzug durch die Pop-, Film- aber auch Kirchenmusik. Gefühlvoll streichelte er die Tasten, um im nächsten Moment kräftige Akzente zu setzen. John Miles‘ „Music“ war ebenso dabei „Leev Marie“ von den Paveiern, Elton John ebenso vertreten wie Udo Jürgens. Sehr emotional kam „Von guten Mächten wunderbar geborgen“ rüber. Stark fiel auch seine nur auf dem Klavier vorgetragene Version der „Bohemian Rhapsody“ von Queen aus. Kräftiger, herzlicher Applaus war der Lohn für seinen überzeugenden musikalischen Vortrag.

Die Pause war geprägt von angeregten Gesprächen und der Vorfreude auf den zweiten Teil. Denn die Sängerinnen der „Diamanten“ mit ihren glitzernden Jacken und die Sänger der „Kurpark-Tulpen“ in den schwarzen T-Shirts der 1. Hennefer Karnevalsgesellschaft standen schon im Foyer bereit. Getränke gab es auf Spendenbasis und die Gäste ließen sich nicht lumpen.

Urbansky rief als ersten der beiden von ihm gecoachten Chöre die „Diamanten“ herein und was folgte, war die Verlängerung der Session in die Fastenzeit hinein. Selbst wer unter dem Titel „Klavier um vier“ etwas anderes erwartet hatte, ließ sich mitreißen von den Karnevalsklassikern wie „Wenn am Himmel die Stääne danze“ oder „Mein Stammbaum“, „Leev Marie“ oder „Veedel“. Erfrischend und dabei doch exakt in ihren Einsätzen präsentierten sich Männer wie Frauen bei ihren Songs.

Ganz ohne Notenblätter hatten sie die Freiheit, sich zu ihrer eigenen Musik zu bewegen und sie dadurch so lebendig wirken zu lassen. Die „Kurpark-Tulpen“ sind dabei sogar schon mit Soli unterwegs, Präsident Eric Raderschad schloss mit einem fulminanten Einsatz den regulären Teil des Konzerts. Natürlich kamen beide Gruppen nicht ohne eine Zugabe davon, stehende Ovationen bewiesen, dass Karneval im Rheinland immer geht. Im Foyer war der Tenor eindeutig: Was für ein wunderschöner Nachmittag. Und für beide Stiftungen bleibt noch ein erkleckliches Sümmchen übrig.

(Text und Fotos: Ralf Rohrmoser von Glasow)