Freiwillig in Hennef

In Hennef sind jährlich mehr als 30 junge Menschen im Rahmen eines Freiwilligen Sozialen Jahrs (FSJ) oder im Bundesfreiwilligendienst (BFD) tätig. Mit viel Engagement und vor allem freiwillig unterstützen sie - nur gegen ein kleines Taschengeld – hauptsächlich die sozialen Einrichtungen der Stadt.

Aber nicht nur in Kitas, Schulen und im Offenen Ganztag der Grundschulen arbeiten sie. Auch in Seniorenstiften, Kirchengemeinden, in der Jugendhilfe, im Umweltamt und in Sportvereinen gibt es die Möglichkeit, sich als „FSJler*in“ oder „BFDler*in“ ein Jahr lang zu engagieren.

Im Einsatzjahr besuchen die Freiwilligen mehrmals Begleitseminare, die jeweils eine Woche dauern und deren feste Seminargruppen aus Freiwilligen des ganzen Kreises und Landes bestehen. Selten ist ein bekanntes Gesicht dabei.

2018 hat die Kinder- und Jugendstiftung Hennef gemeinsam mit der Jugendpflege der Stadt Hennef überlegt, wie sie Hennefer Freiwilligen im FSJ und BFD eine Möglichkeit zum Kennenlernen und Austauschen schaffen können. Daraus ist „Freiwillig in Hennef“ (FiH) entstanden, eine Zusammenkunft, bei der sich die engagierten jungen Menschen an 4-5 Terminen im Jahr treffen, von Ihren Erfahrungen berichten und ein gemeinsames Ziel verfolgen. Begleitet werden die Treffen von Maj Kockelmann (Kinder- und Jugendstiftung Hennef) und Sven Riedel (Streetwork Hennef, CJG St. Ansgar).

 

Freiwillig in Hennef: Gruppenfoto
Projektkoordinatorin Maj Kockelmann
Bei Interesse und für nähere Auskünfte steht Ihnen unsere Projekt-Koordinatorin Maj Kockelmann gerne zur Verfügung:

m.kockelmann(at)kiju-hennef.de
Freiwillig in Hennef: Erstes Treffen

In einem ersten Versuch 2018...

...haben wir Freiwillige aus dem Kinder- und Jugendbereich zu den Treffen eingeladen und erfolgreich den Hennefer Weltspieletag 2019 gestaltet und begleitet... [mehr]

Im Herbst 2019 wurde der Kreis erweitert und Freiwillige aus allen Einsatzbereichen in Hennef dazu eingeladen, an den Treffen teilzunehmen. In diesem Jahr sollten die Freiwilligen im Mittelpunkt stehen und ihr Engagement der Öffentlichkeit sichtbar machen.

Uns war und ist es ein Anliegen, dass die Freiwilligen für ihren wertvollen Einsatz für die Gemeinschaft die verdiente Wertschätzung erfahren. Außerdem können die Freiwilligen mit lokaler Transparenz anderen jungen Menschen vermitteln was es heißt, sich in Form eines FSJ oder BFD in Hennef zu engagieren. "Freiwillig in Hennef" bietet zudem die Möglichkeit, sich mit anderen Freiwilligen zu vernetzen und gemeinsam ein Projekt zu entwickeln, zu planen und umzusetzen.
Freiwillig in Hennef: Die Gruppe arbeitet

In den ersten Treffen...

...wurde gemeinsam überlegt, wie man das „Sichtbarmachen“ praktisch umsetzen kann, und schnell wurden kreative Möglichkeiten erarbeitet, so zum Beispiel eine Ausstellung mit Plakaten, auf denen die Freiwilligen ihre jeweiligen Einsatzorte und Aufgaben im BFD und FSJ vorstellen. Diese Ausstellung – so war es geplant – sollte für Schüler*innen der älteren Jahrgänge in den weiterführenden Schulen zugänglich gemacht werden. Leider konnten wir diese Idee aufgrund der Corona-Pandemie so nicht umsetzen, daher finden Sie die Plakate hier auf dieser Website.

Ein eigener Online-Auftritt für die Einsatzmöglichkeiten des FSJ/BFD in Hennef? Diese Idee ist in Arbeit. Auch wenn durch Corona alle weiteren Treffen abgesagt werden mussten – es war eine sehr gelungene, kreative und engagierte Zeit, die wir mit den Hennefer Freiwilligen des Jahres 2019/2020 verbracht haben.
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Erfahrungsberichte

Katharina (19)

Mein Name ist Katharina, und seit Anfang September 2019 arbeite ich im Rahmen eines BFDs (Bundesfreiwilligendienst) in der Grundschule Wehrstraße. Kurz vor dem Abitur habe ich mich dazu entschieden, dass ich das schulische Lernen nicht direkt im Anschluss weiterführen möchte. Da ich trotzdem auch gerne bald studieren wollte, nur noch nicht wusste, was genau, kam mir ein freiwilliges Jahr sehr gelegen.

Für ein Jahr Mal aus dem Schulalltag rauszukommen und in den Arbeitsalltag reinzuschnuppern, ist im Nachhinein die beste und sinnvollste Entscheidung für mich gewesen, weil es doch ein großer Unterschied ist. Man lernt mit Verantwortung umzugehen und vor allem lernt man auch viel über sich selbst. Da für mich noch nicht feststand, was ich genau studieren will, war der Bereich in dem ich das Jahr verbringen möchte, auch noch nicht klar. Ich habe mich letztendlich für die Grundschule entschieden, weil ich schon seit der 9. Klasse einmal in der Woche im sozialen Bereich mit Kindern arbeite.

Mit Kindern zu arbeiten, hat viele Seiten. Der erste Gedanke, den man damit in Verbindung bringt, ist oft: “Kinder sind anstrengend”, was schon stimmt, allerdings gibt es noch viele andere Seiten, die ich kennengelernt habe, mit denen ich vorher nicht gerechnet habe, denn Kinder können viel zurückgeben. Durch ihre vielen eigenen Ideen und ihre Neugier finde ich mich immer wieder in neuen Situationen. Mit diesen Situationen lernt man umzugehen und sich spontan anzupassen.

Zu meiner Arbeit gehört unter anderem: Im Vormittagsunterricht den Kindern bei ihren Aufgaben und individuellen Fragen zu helfen oder wenn sie individuelle Unterstützung brauchen, sich mit den Kindern hinzusetzen und aufzuarbeiten, was noch fehlt. 
Anschließend an den Unterricht bin ich in der OGS (Offene Ganztagsschule). Dazu gehören Gruppen - und Hofaufsichten, Essens- und Hausaufgabenbetreuungen, Kurse anzubieten und auch mit den Kindern zu spielen.

Bisher macht mir die Arbeit sehr viel Spaß
, auch wenn ich festgestellt habe, dass ich keine Lehrerin und auch keine Pädagogin werde, wobei mir dies auch bereits im Vorhinein bewusst war. Das BFD ist trotzdem das Richtige für mich, da es mir die Möglichkeit und Zeit gibt, mich mit meiner Zukunft auseinanderzusetzen. 

Svenja

Nach meinem Abitur hatte ich keinen Plan, was ich machen möchte. Spoiler: Den habe ich immer noch nicht. Aber darum soll es hier gar nicht gehen. Wir werfen nämlich nun keinen Blick in die Zukunft, sondern einen Blick in die Vergangenheit.

Das Einzige, das mir klar war: Ich wollte nicht nichts machen. Ich wollte bloß Abstand von der Schule und dem ganzen Lernen. „Alle, die nicht wissen, was sie nach der Schule machen wollen, machen ein FSJ.“ Das war das, was ich von allen Seiten gehört hatte. Also warum nicht? Und nebenbei würde es sich auch noch gut im Lebenslauf machen. Ob die Arbeit mit Menschen wirklich etwas für mich war, wusste ich nicht. Ich saß mein Leben lang nur in der Schule, also konnte ich nicht mehr, als es auszuprobieren. Die Nachfrage nach Freiwilligen war auf jeden Fall da.

Seit September arbeite ich in der Grundschule Wehrstraße. Ich habe vorher zwar nie mit Kindern gearbeitet, aber hatte ich im Gefühl, dass das am ehesten zur mir passt. Mein Arbeitsplan ist sehr Abwechslungsreich. Morgens bin ich im Unterricht, danach geht es weiter in der OGS (offene Ganztagsschule). Hier gehe ich mit den Kindern zum Mittagessen, zum Spielen auf den Hof, mache mit ihnen Hausaufgaben, besuche mit ihnen z.B. einen Töpferkurs und vieles mehr.

Auch, wenn ich mir anfangs etwas unsicher war, konnte ich mir schnell einiges von meinen Kolleg*innen abschauen und viel von ihnen lernen. Ich wurde sehr herzlich im Team und in meiner Gruppe aufgenommen, reichlich unterstützt und habe mich schnell sehr wohl gefühlt. Mit der Zeit habe ich nicht nur mich und meine Fähigkeiten besser kennengelernt, sondern habe mir auch neue Eigenschaften angeeignet, die ich vorher so gar nicht von mir kannte.

Als ich nach einigen Tagen Abwesenheit wieder kam, sind die Kinder auf mich zugelaufen und mir in die Arme gefallen und zu diesem Zeitpunkt wurde mir noch einmal so richtig bewusst, dass ich etwas Sinnvolles tue, dass ich etwas bewegen kann mit meiner Arbeit und, dass die Kinder einem mehr Dankbarkeit zurückgeben, als man vielleicht denkt. Auch, wenn Kinder anstrengend sein können, manch ein Tag stressig ist und man auch mal Kopfschmerzen hat - das Gefühl, den Kindern etwas mit auf ihren Weg geben zu können, macht all das wieder wett. Auch, wenn ich gewusst hätte, was mich erwartet, hätte ich mich noch einmal genau so entschieden. Die Erfahrungen, die ich dort gesammelt habe, hätte ich nirgendwo anders machen können.